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„Man versteht die Psycho-analyse immer noch am besten, wenn man ihre Entstehung und Entwicklung verfolgt.“

(Sigmund Freud)

 

 

Alfred Adler Institut Düsseldorf e.V.

 

Mitglied der DGIP e.V

Anerkanntes Institut der DGPT e.V.

Ausbildungswegweiser

 

Was versteht man unter analytischer Psychotherapie und tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie? Worin liegen die Unterschiede? 

(Quelle: Kommentar zu den Psychotherapierichtlinien)

 

Analytische Psychotherapie ist eine Anwendungsform der Psychoanalyse auf die Krankenbehandlung im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie orientiert sich bei der Behandlung einer neurotischen Erkrankung oder Behinderung an dem Zweckmäßigen und Notwendigen, um die Beschwerden und Störungen zu lindern.

Analytische Psychotherapie erfordert die Einschätzung  und analytische Aufschlüsselung des verdrängten, also unbewussten neurotischen Konflikts, die Nutzung und Deutung des Übertragungs- und Gegenübertragungsgeschehens, die Deutung und verstehende Begleitung regressiver Prozesse, die analytische Bearbeitung von Widerstandsphänomenen und die veränderte Einflussnahme auf strukturelle Gegebenheiten des Patienten. Eine durch Selbsterfahrung gewonnene psychoanalytische Identität des Therapeuten muss ermöglichen, übertragungsneurotische Prozesse und Gegenübertragungsphänomene zu erkennen und sie zu deuten sowie den analytischen Widerstand des Patienten zu bearbeiten.

 

Bei der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie ist die therapeutische Regression eher eingeschränkt. Die Behandlung richtet sich eher an den relevanten aktuellen psychosozialen Konflikten und ihren dazugehörigen Lösungsmustern aus und macht die pathologischen Kompromissbildungen zum Gegenstand ihrer Arbeit. Die tiefenpsychologische Behandlungsform zentriert mehr auf das „Gegenwartsunbewusste“, während die analytische Psychotherapie  auch das „Vergangenheitsunbewusste“ mit einschließt. 

 

Hier finden Sie Informationen über unser Angebot zur sogenannten "verklammerten" (kombinierten) Ausbildung in den psychoanalytisch begründeten Verfahren (AP und TP): 

Ausbildungsordnung in den psychoanalytisch begründeten Verfahren (AP und TP)

Ausbildungsübersicht für AP und TP

 

Hier finden Sie Informationen über unser Angebot zur separaten Ausbildung in tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie als psychoanalytisch begründetem Verfahren (TP):

Ausbildungsordnung in tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie (TP)

Ausbildungsübersicht für TP

 

Unsere Ausbildungsgänge entsprechen  den qualitativen Anforderungen der Deutschen Gesellschaft für Individualpsychologie (DGIP) und der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT). 

Die Inhalte der Ausbildung berücksichtigen in vollem Umfang die Vorgaben durch die „Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Psychologische Psychotherapeuten“ (PsychTh-Apr). Neben der psychoanalytischen Basiskompetenz finden die Individualpsychologie, die Objektbeziehungstheorien und die Selbstpsychologie besondere Berücksichtigung. Vermittelt werden wissenschaftliche Erkenntnisse, Theorien und praxeologische Grundsätze und Prinzipien der psychoanalytisch begründeten Verfahren.

Inhaltliches Ziel ist es, die Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vermitteln, die erforderlich sind, um die Diagnostik, Therapie und Rehabilitation bei Menschen mit psychischen Störungen von Krankheitswert eigenständig und selbstverantwortlich durchführen zu können.

Die Auszubildenden sollen in der Lage sein, sowohl im präventiven, kurativen als auch rehabilitativen Bereich der psychischen Leiden, Störungen, Behinderungen und psychischen Beeinträchtigungen wissenschaftlich kompetent zu handeln. Sie sollen die Grenzen des Fachgebietes erkennen können und mit anderen Berufsgruppen im Gesundheitswesen eigenverantwortlich und kooperativ zusammen arbeiten können.

 

Das Institut unterstützt die Kandidaten in der Klärung der persönlichen und fachlichen Eignung. In zwei unabhängigen Gesprächen mit Lehranalytikern, welche das Institut benennt, werden diese Fragen im Rahmen des Aufnahmeverfahrens erörtert.

Im Rahmen der Ausbildung bringen sich die Kandidaten mit ihrer gesamten Persönlichkeit ein, sie schulen sich differenziert in ihrem psychodynamischen  Verständnis,  sie entwickeln eine sensible und fachlich kompetente Selbstreflektion. Die Ausbildung setzt eine hohe Motivation und die Bereitschaft zur intensiven Selbsterfahrung voraus.

 

Besonderheit der psychoanalytischen Ausbildung

In den letzten Jahren wurde vielfach in Publikationen erörtert was denn eine psychoanalytische Ausbildung ausmachen sollte, welche Kompetenzen und in welcher Weise diese vermittelt werden müssten.

Wie schließen uns der Ansicht an, dass wir persönliche, Beziehungs- und Konzeptionskompetenz integriert vermitteln möchten. Nach Tuckett (2004, 2005)  sehen wir psychoanalytische/psychodynamische Kompetenz als integriert aus drei unterschiedlichen, aber miteinander verknüpften Befähigungen an: teilnehmendes Beobachten, Konzipieren und Intervenieren. Diese Befähigung leistet das Ausbildungsinstitut über die Trias von Selbsterfahrung, Theorie und Praxis.

Im Forschungsgutachten der DGPT zur Psychoanalytischen Ausbildung (2009) wird ausgeführt:

„Die durch Erfahrung in der Lehranalyse und in den supervidierten Behandlungen entstandenen Fragestellungen fördern in ganz eigener Weise die Fähigkeit und die Motivation zur Aneignung von Theoriekonzepten und zur differenzierten klinischen Erarbeitung der psychoanalytischen Krankheitslehre. Insofern ist gerade der Theorieerwerb an die Vernetzung zwischen begleitender Selbsterfahrung, Erkenntnis unbewusster Prozesse und klinischer Situation gebunden, ohne die die Begrifflichkeit der Psychoanalyse leer und unzugänglich bleibt. In den psychoanalytischen Mitgliederorganisationen arbeiten eine große Zahl klinisch erfahrener Lehrer zusammen, die die Pluralität der theoretischen Ansätze repräsentieren und daher wertvolle Anregungen aus unterschiedlichen klinischen Anwendungsformen der Psychoanalyse vermitteln und lehren können. Dieser besondere Gewinn psychoanalytischer Übersetzungsarbeit klinischen Wissens in Fragen des Settings, der Technik und Behandlungsplanung darf nicht unterschätzt werden, auch als Angebot von Vielfalt, das die Identitätsentwicklung der späteren Psychoanalytiker als Prozess fördern.“

Entsprechend streben wir eine angemessene Identifikation mit der eigenen Schule, dem Ausbildungsinstitut an, welches verwurzelt ist in den Traditionen der jeweiligen Dachverbände. Andererseits wollen wir uns auch offen und neugierig halten für neue Entwicklungen in unserem Gebiet als Profession und Wissenschaft.

 

Ort und zeitlicher Aufwand

Die Ausbildung findet überwiegend in den Räumen des  Alfred-Adler-Instituts in Düsseldorf,  Degerstraße 12,  statt. Im Rahmen der praktischen Tätigkeit gibt es Kooperationen mit Kliniken und anderen Einrichtungen. (Kooperations-Kliniken) 

Die Institutsräume liegen in dem lebendigen und attraktiven Stadtteil Flingern-Nord. Hier gibt es kleine einladende Restaurants, Boutiquen,  interessante kreative Geschäfte und eine gute Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz. (So finden Sie uns).

 

Die theoretische Ausbildung erfolgt überwiegend in Seminarform. Die Gesamtausbildung ist als berufsbegleitende Ausbildung über mind. 5 Jahre konzipiert.  Die entsprechenden theoretischen Inhalte können auch zur Anerkennung der Fachkunde in Gruppentherapie oder  Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie berücksichtigt werden, wenn die zusätzliche Abrechnungsgenehmigung nach den Psychotherapie-Richtlinien angestrebt wird. 

 

Finanzieller Aufwand

Der finanzielle Aufwand für die Ausbildung ist vor allem zu Beginn der Ausbildung, während der Praxiszeiten als  PiA (Psychotherapeut/in  in Ausbildung) erheblich. Während der Zeiten des PT1 mit mind. 1200 Stunden in einer psychiatrischen Einrichtung  und während des  PT2 mit  mind. 600 Stunden in einer psychosomatisch-psychotherapeutischen Reha-Einrichtung oder Ausbildungspraxis erfolgt noch keine angemessene Bezahlung. Hier werden Seminargebühren und Selbsterfahrungskosten fällig, die im Rahmen der Ausbildung  noch nicht gegenfinanziert werden können.

Sie müssen bis zum Erreichen der Behandlungserlaubnis (sog. "Praktikando-Status") mit folgenden Kosten rechnen:

- mind. 80 Stunden Selbsterfahrung: ca. 6.400 Euro

- zwei Aufnahmegespräche: ca. 160 Euro

- Semestergebühren für 200 Stunden: 4 x425 Euro : 1.700 Euro .

Das bedeutet einen finanziellen Aufwand von ca. 8.500 Euro bis zum Praktikando-Status.

Danach kann sich Ihre finanzielle Situation entspannen.

Nachdem Sie den Praktikando-Status erreicht haben, gelingt Ihnen eine Gegenfinanzierung.  Indem Sie im Rahmen unserer Institutsambulanz ambulante Patientenbehandlungen  unter Supervision durchführen, erhalten Sie pro Behandlungsstunde ein Honorar. Die Behandlungs- und  Abrechnungsmodalitäten hierfür werden über die Institutsambulanz geregelt. 

Beispielhafte Errechnung der Gesamtkosten für  TP

Beispielhafte Errechnung der Gesamtkosten für  AP und TP 

Die Gebührenordnung können Sie in der jeweiligen Ausbildungsordnung einsehen (s.o.).

Dort finden Sie auch die jeweiligen Ausbildungsverträge.

 


Staatliche Prüfung

Die zuständige Landesbehörde für unser Ausbildungsinstitut ist :

Das Landesprüfungsamt für Medizin, Psychotherapie und Pharmazie der Bezirksregierung Düsseldorf, Postfach 30865, 40408 Düsseldorf.

Es gelten die jeweils aktualisierten Prüfungsbestimmungen nach dem Psychotherapeutengesetz.

Prüfungen finden zwei Mal pro Jahr statt; der schriftliche Teil der Prüfung jeweils etwa Mitte März und Mitte August, der mündliche Teil unmittelbar nach dem schriftlichen.

Der Antrag zur Prüfung muss der Behörde spätestens bis zum 10. Januar oder bis zum 10. Juni zugegangen sein.

Weitere Informationen finden Sie unter www.brd.nrw.de/gesundheit_soziales/landespruefungsamt

 

Wir würden uns freuen, wenn wir Sie für unsere Ausbildungsgänge interessieren konnten.

 

Falls Sie sich nun persönlich informieren möchten, laden wir Sie herzlich zu unserer nächsten Informationsveranstaltung ein (s. Aktuelles).

Sie können uns Ihr Interesse auch telefonisch oder über unser Kontaktformular signalisieren.

Auf Wunsch ist es möglich, ein individuelles Gespräch mit unserer Psychologischen Ausbildungsleitung zu führen.

Das Aufnahmeverfahren wird Ihnen in jedem Fall eingehend und individuell erläutert. Nähere Informationen finden Sie auch hier.

 

Für Kolleginnen und Kollegen, die bereits über eine Approbation verfügen, bieten wir verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten zur Erweiterung der Fachkunde an. Bitte informieren Sie sich hier.